Feministische Perspektiven

Voller Saal beim Gespräch mit feministischen Stimmen aus Lateinamerika in Mainz

Ein volles Haus – ein deutliches Zeichen für das große Interesse an Frauenrechten, Demokratie und feministischen Bewegungen in Lateinamerika – prägte die Veranstaltung “Hier sind wir”, die am Freitag, 13.3.2026, anlässlich des Internationaler Frauentags in der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz in Mainz stattfand.

Im Mittelpunkt des Abends standen die Auswirkungen globaler Machtverschiebungen und autoritärer Entwicklungen auf Frauenrechte, Demokratie und soziale Gerechtigkeit in Lateinamerika. Die Referentinnen beleuchteten sowohl aktuelle Herausforderungen als auch Fortschritte feministischer Kämpfe und zeigten auf, welche Rolle solidarische und transnationale Netzwerke dabei spielen können.

Die afrobrasilianische Schriftstellerin und Soziologin Betânia Ramos Schröder sprach über die bis heute nachwirkenden Spuren kolonialer Strukturen und deren Einfluss auf soziale Ungleichheiten. Dabei betonte sie, dass feministische Bewegungen in ihrer Vielfalt und durch die Anerkennung der historischen Kämpfe schwarzer und indigener Frauen in Lateinamerika die zentralen Akteurinnen für eine tiefgreifende gesellschaftliche Transformation sind.

Die Politikwissenschaftlerin Danitza Torrico Revollo von der Goethe-Universität Frankfurt und Mitgründerin des Frauenkollektivs Latinas Unidas sprach über die Perspektiven von Migrantinnen und lateinamerikanischen Communities in Deutschland. Migrantische Netzwerke stärkten Solidarität und politische Beteiligung, so Torrico. Zugleich wies sie auf die Situation von Frauen in Lateinamerika hin, beispielsweise in Kuba, wo mehr als 32.000 schwangere Frauen aufgrund der Blockade in ihrer Gesundheit gefährdet sind.

Auch Dr. Marilú Huertas, Biologin an der Goethe-Universität Frankfurt und Mitgründerin der Initiative Pro Amazonia, betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher Akteure. Sie wies auf die enge Verbindung zwischen Umweltschutz, nachhaltiger Entwicklung und feministischen Perspektiven hin, insbesondere im Kontext des Amazonas.

Moderiert wurde der Abend von der Politikwissenschaftlerin Katherine Cortés vom Verein “Casa del Sol e.V.”, die die Diskussion strukturierte und den Austausch zwischen Podium und Publikum anregte.

Ein besonderer Moment der Veranstaltung war der künstlerische Beitrag der Tanzpädagogin Ashanti. Ihre Performance bildete einen emotionalen Höhepunkt und verband Bewegung mit Themen wie Erinnerung, Widerstand und kollektiver Stärke. Zum Abschluss gelang es ihr, auch das Publikum einzubeziehen und einen gemeinsamen Moment der Verbindung zu schaffen.

Klein-Winterheim, 15.3.2026