Zukunft durch Wandel

Unsere Stellvertreterin bei der Bürgerdelegation RLP am Tag der Deutschen Einheit im Saarland – Eine besondere Ehre für “Casa del Sol”

Am 3. Oktober 2025 wurde  Katherine Cortes, Stellvertreterin unseres Vereins, als Mitglied der Bürgerdelegation Rheinland-Pfalz zum offiziellen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit eingeladen. Diese Einladung ist eine besondere Anerkennung ihres Engagements für Demokratie, Vielfalt und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Gesellschaftlicher Wandel beginnt dort, wo Menschen füreinander einstehen.
Von: Katherine Cortés

Unter dem diesjährigen Motto “Zukunft durch Wandel” wurde mir erneut bewusst, dass Demokratie kein fester Zustand, sondern ein lebendiger Prozess ist, der von Engagement, Innovation und der Bereitschaft, sich selbst immer wieder neu zu hinterfragen, getragen wird. Für Minderheiten wie uns Migrant*innen bedeutet der Einsatz für demokratische Werte nicht nur Teilhabe, sondern auch Verantwortung.

Am 3. Oktober 2025 hatte ich die außergewöhnliche Ehre, als Mitglied der Bürgerdelegation Rheinland-Pfalz am Tag der Deutschen Einheit teilzunehmen. Diese Einladung ist eine Anerkennung meiner Arbeit beim Verein “Casa del Sol”, wo ich als Abwesenheitsvertreterin der Vorsitzenden und Schriftführerin tätig bin. Für mich war dieser Tag besonders bewegend, denn ich durfte ihn zum ersten Mal als deutsche Staatsbürgerin feiern. In diesem Moment spürte ich: Deutschland wird eine bessere Zukunft haben, wenn es Wandel nicht fürchtet, sondern als Motor seines Wachstums begreift.

Bereits bei meiner Ankunft in Saarbrücken wurde ich mit einer Herzlichkeit empfangen, die mich tief berührte. Die Organisator*innen begegneten uns mit echter Wärme, Geduld und Dankbarkeit.

Bei den Empfängen, die voller inspirierender Musik, bedeutungsvoller Worte und regionaler Gastfreundschaft waren, hatte ich die Gelegenheit, andere Mitglieder der Bürgerdelegationen persönlich kennenzulernen. Ihre Geschichten haben mich zutiefst beeindruckt: Menschen, die in Krankenhäusern Leben retten, die in Vereinen Integration und Vielfalt fördern, die an Schulen Hoffnung stiften oder die sich in Kriegsgebieten freiwillig für humanitäre Hilfe einsetzen. Diese Begegnungen zeigten mir, wie viele Menschen Tag für Tag dazu beitragen, dieses Land menschlicher, gerechter und demokratischer zu machen.

Die Gespräche mit Anke Rehlinger, Ministerpräsidentin des Saarlandes, und Uwe Conradt, Oberbürgermeister von Saarbrücken, machten deutlich, wie wichtig Nähe und Anerkennung für demokratische Teilhabe sind. Doch ein Moment überstrahlte alles: Ich durfte mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an einem Tisch sitzen.

Er erzählte mir, dass er persönlich an den Dialogen des kolumbianischen Friedensprozesses beteiligt gewesen sei. Für mich, die ich in meiner 

Masterarbeit den Einfluss der Gewalt in Kolumbien auf politisches Verhalten untersuche, war dies ein Traum, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich ihn hatte.

Wir sprachen offen über unsere gemeinsame Sorge, dass die unzureichende Umsetzung des Friedensvertrags, eines der bedeutendsten Abkommen der Welt, zu einer erneuten Zunahme der Gewalt führen und das Leben unzähliger Menschen gefährden könnte. Es war ein Moment von seltener Tiefe, in dem politische Realität, wissenschaftliche Reflexion und persönliche Geschichte ineinandergriffen.

“Zukunft durch Wandel” liegt jedoch nicht in den Händen Einzelner, sondern aller Menschen dieses Landes. Wandel braucht Mut, Hoffnung und die Bereitschaft anzuerkennen, dass Vielfalt keine Hürde, sondern eine Bereicherung ist. Jede und jeder von uns trägt eine Geschichte in sich und das gemeinsame Ziel, eine bessere Zukunft zu schaffen.

Meine tiefste Dankbarkeit gilt “Casa del Sol”, meiner ehrenamtlichen Heimat, die mir diese außergewöhnliche Erfahrung ermöglicht hat. Sie erinnert mich jeden Tag daran, dass gesellschaftlicher Wandel dort entsteht, wo Menschen sich entschließen, füreinander einzustehen.

Klein-Winternheim, 15. Oktober 2025

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